Dresdner Schloss mit innovativem Bodenheizsystem ausgestattet
Das Dresdner Schloss ist eines der Wahrzeichen der sächsischen Elbmetropole und diente den sächsischen Kurfürsten und Königen, darunter auch August dem Starken, als Residenz. Es ist eines des ältesten Bauwerke Dresdens und baugeschichtlich sehr bedeutsam, da es zahlreiche Stilrichtungen miteinander vereint. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss fast vollständig zerstört und zu DDR-Zeiten kaum wieder aufgebaut. Seit einigen Jahren wird das Bauwerk nun in Etappen wiederhergestellt. Bis 2013 soll es vollständig rekonstruiert werden. Bekannt ist das Schloss vor allem wegen des Grünen Gewölbes, das eines der ältesten Museen und eine der größten Schatzkammern Europas darstellt.
Im Zuge der Rekonstruktion entschied sich die Stadt Dresden ein Flächenheizsystem in verschiedene Bereiche des Schlosses einbauen zu lassen. Aufgrund der geringen Bauhöhe von nur 25 mm und der hohen Tragkraft von bis zu 500 kg/m² wurde das Wabenplattensystem der Firma effidur, in der Variante WP 2000, ausgewählt. Es wurde auf einer Gesamtfläche von ca. 1400 m² verteilt auf die Bibliothek, den nördlichen und östlichen Zwischenflügel sowie die Englische Treppe samt Vestibül eingesetzt.
Das Bodensystem besteht aus zwei verzinkten, profilierten und fest miteinander verbundenen Stahlblechen, die eine Wabenplatte bilden. Diese Wabenplatten werden als Fläche schwimmend ohne Verbund zum Untergrund, auf mineralischer Trittschall- und Wärmedämmung verlegt, mit Heizrohren bestückt und mit Fließmörtel zuzüglich einer Überdeckung von nur 5 mm verfüllt. So entsteht ein extrem biegesteifes und hoch belastbares Bodensystem, das zusätzlich zur eigentlichen Heizfunktion eine Bewehrung des Altfußbodens darstellt. Die Steifigkeit des Systems war ausschlaggebend für den Bauherrn, da bauseitig gefordert wurde, dass die aufkommenden Verkehrslasten von bis zu 5 kN /m² auf mineralischer Dämmung abgefangen werden ohne in der Höhe aufzubauen. Hier bewährte sich die flache Stahlstruktur des effidur Systems in Kombination mit einer dünnen Estrichdecke. Als besondere Anforderung war die Verlegung fugenloser Teilflächen von bis zu 250 m² gefordert, was mit diesem System auch problemlos möglich war.
Ein weiterer Vorteil der geringen Aufbauhöhe steckt im oberflächennahen Rohr, das so eine schnelle Aufheizung des Bodensystems in nur wenigen Minuten ermöglicht. Zusätzlich gewährleistet die Wärmeleitfähigkeit der Stahlplatten eine gleichmäßige Verteilung der Wärme. Das eingesetzte PE-RT Heizrohr mit Sauerstoffsperre ließ sich bedarfsgerecht in verschiedenen Abständen und Nennweiten (ø 8 x 1,1 mm bzw. 12 x 2 mm) in das Profil der Wabenplatten einziehen, um den geforderten Heizleistungen gerecht zu werden. Insgesamt wurden fast 12 km Rohr in die Fußbodenheizung eingebracht. Der Anschluss des Heizrohrs erfolgte zonenweise über die zum System gehörenden Verteiler mit Steckanschlüssen.
Vergossen wurde das System mit einem hoch vergüteten Zement-Sulfat-Fließestrich der Festigkeitsklasse F 8, der ebenfalls zum System gehört und sich fast von selbst in den Waben verteilt und nivelliert. Problemlos wurden Flächen bis zu einer Größe von 200 m² ohne Fugen vergossen. In einigen Teilflächen musste, bedingt durch vorgegebene Anschlusshöhen, ein Gefälle von bis zu 1,5 % hergestellt werden, was mit diesem System auch problemlos realisiert wurde. Auf Grund der geringen Estrichmasse, die eingebracht wurde, konnte auf lange Trocknungsphasen verzichtet und die Estrichkonstruktion schon mit dem Einbringen trocken geheizt werden. Dadurch konnten die Rekonstruktionsarbeiten schon nach wenigen Tagen fortgesetzt werden.
Ohne nennenswerte Verzögerungen schritt somit die Wiederherstellung des Schlosses voran und die zukünftigen Besucher können die ausgestellten Kunstwerke in historischem Umfeld, aber mit modernster Heiztechnik bei einem angenehmen Raumklima bewundern.
Auf Anfrage stellen wir Ihnen gern entsprechendes Bildmaterial zur Verfügung!



